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H  I  M  M  E  L  F  A  H  R  T

Gedanken zur Himmelfahrt von Agnus D.  /  anno domini  2001

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Wir sind es gewohnt beim Denken immer auch Bilder zu Hilfe zu nehmen, um uns etwas zu verdeutlichen oder besser verständlich zu machen. Nur abstrakt zu denken, das gelingt uns meist nur in der Mathematik, oder in artverwandten Fächern, bzw. entsprechenden Aufgabenstellungen. Jedoch selbst Mathematiker oder Gedächtniskünstler greifen auf bildhafte Vorstellungen zurück, wenn es darum geht, einen Bezug des Abstrakten zum Realen herzustellen. Denn das Abstrakte ist ja niemals Selbstzweck, sondern steht im Dienst von Wahrheit und Wirklichkeit. Und die sind - wie wir aus unserer unmittelbaren Erfahrung wissen - bildhaft materiell. Auch wenn dahinter eben abstrakte Ordnungs- und Funktionsprinzipien stecken, nach denen die Dinge so ablaufen müssen wie sie stattfinden. 

 

Wir haben es zunächst immer mit der dinglich anschaulichen Welt zu tun, woraus wir dann auch unser Weltbild formen. Doch bei aller sich ständig steigernden Reizüberflutung an Bildern und Eindrücken, gelingt es uns immer weniger das Wichtige und Wesentliche vom Unwichtigen und Unwesentlichen zu unterscheiden und abzusondern, und den wahren Sinn des Wahrgenommenen zu erkennen.

 

Es sind darum ganz bestimmte bildhafte Vorstellungen, die in uns hochkommen, wenn wir an die Ereignisse um das Jahr 30 im damaligen Israel denken. Früher waren es die Gemälde bekannter Meister. Heutzutage sind es vielmehr die spektakulären Kino- und Fernsehfilme genialer Filmregisseure. Kindlich und längst überholt muten uns die zumeist mangelhaften Vorstellungen vom lieben Gott, als eines alten und weißbärtigen Greises an, wie sie zum Beispiel auf  mittelalterlichen Dreifaltigkeitsbildern zu sehen sind. Dort versuchte man Gott Vater vom Gott Sohn durch sichtbaren Altersunterschied unterscheidbar zu machen. Das Bild, welches man sich von Jesus zu machen versuchte, war in frömmlerischer Weise stark verzerrt worden.

 

Vielen modernen Menschen nun erscheinen die christlichen Glaubensaussagen über die anscheinend so abwegig weltfremden Ereignisse wie Auferstehung und Himmelfahrt als absolut unnachvollziehbar verrückt. Solche Dinge passen da einfach nicht  in ihr gewohntes Weltbild, und liegen wenn überhaupt dann auch noch circa 2000 Jahre zurück. Doch sollten alle Skeptiker und Zweifler bedenken, dass sämtliche bildlichen Darstellungen zu welcher Zeit und von wem auch immer, das im wesentlichen Unbegreifbare - und deswegen auch Unabbildbare - eben nicht verbildlichen können. Gleich welche Versuche man unternimmt, den an sich unfasslichen Vorgang in irgend ein Klischee zu gießen oder in eine Form zu bringen, sie müssen scheitern. Denn alles was rein geistig vor sich geht, entzieht sich jeglicher Abbildbarkeit. Ungegenständliches lässt sich gegenständlich nicht darstellen, so dass derart untaugliche Versuche ein Ausdruck von naiver Hilflosigkeit sein müssen, und das Wesentliche verfehlen.

 

Was ist nun das Wesentliche? Die Antwort geben uns die christlichen Urgemeinden. Sie glaubten felsenfest, dass Gott der Herr in Jesus von Nazareth persönlich anwesend gewesen war. Und dass sein Tod am Kreuz dem Triumph des Lebens über den Tod diente, zur Ehre des Herrn, dem allmächtigen Gott und ewig Lebendigen. Auch waren sie der zweifelsfreien Überzeugung, dass der Weltabschied des leibhaft Auferstandenen nach 40 Tagen in Form der so genannten Himmelfahrt, in einer unvorstellbaren Weise geschah, die zu allen Zeiten mit den Mitteln bildlicher Darstellung immer nur bloßes Symbol sein kann.

 

Die Zeugen Jesu und insbesondere des Auferstandenen waren niemals so ahnungslos, dass sie Unerklärbares nicht vom Erklärbaren unterscheiden konnten. Sie wussten aus eigener Erfahrung sehr genau, was die Naturordnung war. Und demzufolge beschrieben sie jenes, was sie erlebten, deutlich als von den Kategorien dieser Naturordnung nicht fassbar. Jedoch hatten sie es erlebt, und dieses Erlebnis hatte auf ihr Leben umwälzenden Einfluss. Für uns jedoch ist es völlig unerheblich, ob und wie wir uns "Himmelfahrt" vorzustellen vermögen. Worauf es ankommt, das ist einzig und allein ein wagendes Glaubensbekenntnis, dass Jesus Christus als letzter biblischer Prophet, Gottesgesandter, Wundertäter und Gekreuzigter, vom ewigen Herrn zu dessen Ehre und Glaubwürdigkeit aus dem Tod in das Leben zurückgeholt wurde. Und nicht nur einfach wie Lazarus zurück in diese zeitliche Welt, sondern aus dieser Welt heraus in die Transzendenz des unzugänglichen Lichtes beim Vater. Dereinst am Ende der Zeit wird er aber zu seiner Zeit an seinem Ort in seiner geschichtlichen Wirklichkeit in Israel zu ewiger Herrschaft wiederkehren, wie er es nach seiner Auferstehung den Jüngern verkündet hatte.

 

Von dort schickte er an Pfingsten seinen Heiligen Geist über die Urgemeinde, damit wir begreifen, dass er der Anbetungswürdige in Herrlichkeit ist, vor dem alle in die Knie zu gehen haben. Denn er lenkt die Geschicke der Welt, bei uns seiend bis eben zum letzten Tag von Zeit und Welt. Nur wenn uns das bewusst ist, und wenn wir uns darauf einstellen, bekommen wir eine ungefähre Ahnung was Himmelfahrt heißt. Denn über die Teilhabe aller Glaubenden am Leib Christi erhalten wir auch Anteil an seiner Himmelfahrt, welche aus weltlicher Sicht  für ihn nur noch Vergangenheit doch für uns jegliche Vorstellungskraft übersteigende Zukunft ist. 

 

 

 

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